• Leben Lieben Lassen- Inspirationen zu Persönlichkeit, Beziehung und Selbstliebe Podcast

    Kann man mehr als einen Menschen lieben und wenn ja, wie geht das? Polyamorie als Beziehungsmodell

    Mehr als einen Menschen lieben- geht das? Und wenn ja, wie? Kann man tiefe, erfüllte Beziehungen mit mehreren Personen leben? Wie geht man mit dem Thema Eifersucht um, wenn man offene Beziehungen lebt?

    …, Affären und Seitensprünge sind ein Dauerthema in der Paarberatung , statistisch gesehen trennt sich jedes dritte Ehepaar Die Illusion von dem einen Partner fürs ganze Leben fängt an zu bröckeln und das hat Gründe.

    Wir werden älter, wir sind länger fit und gesund. Wir erwarten heute viel mehr von unserem Leben als frühere Generationen. Wir wollen uns verwirklichen. Unser Leben wird immer schneller, globaler, vernetzter.

    Kein Wunder also, das die wenigsten von uns Zeit mit dem Partner Ihrer Träume alt werden, viel mehr suchen wir unser Beziehungsglück in Etappen, in Form von Lebensabschnittsgefährten.

    Doch wenn es in Ordnung ist, nacheinander seine Lebensphasen mit verschiedenen Partnern in schönster Monogamie zu teilen, warum sollte dann nicht auch ein Beziehungsmodell funktionieren, bei dem man verschiedene Beziehungen neben oder miteinander existieren?

    Immer mehr Menschen stehen heute ganz offen dazu, in Polyamorie zu leben. Polyamore Beziehungen sind Netzwerke von Menschen, die auf ganz unterschiedliche Art emotional und sexuell miteinander verbunden sind. Es sind Mehrfachbeziehungskonstrukte, bei denen die Liebe im Mittelpunkt steht.

    Ich hab dazu mit einer Frau gesprochen, die eine Poly-Beziehung lebt. Susann Dietzmann ist Beziehungsberaterin aus Dresden und gibt uns tiefe Einblicke in Ihr eigenes Leben, und das vieler Ihrer Klienten…

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    Über Offenheit und Verletzlichkeit

    Über Offenheit und Verletzlichkeit- Zeig Dich, wie Du
    bist…

     

    Fragst Du Dich auch manchmal, warum Du so leicht verletzbar
    bist? Warum Du so überaus sensibel reagierst, warum Dich ein Wort Deines
    Gegenübers innerlich in Abgründe schickt? Denkst Du, Dein Leben wäre einfacher,
    wenn Du nur nicht so schrecklich leicht verwundbar wärst, wenn Du Dich besser
    schützen könntest? Bewunderst Du Menschen, die sich immer selbst treu bleiben,
    souverän reagieren, Stärke zeigen und in jeder Situation die Oberhand behalten?
    Wärst Du selbst gern weniger angreifbar, nicht so schnell gekränkt, sondern
    unantastbar, stark, überlegen?

     

    Ich verrat Dir was: das geht mir genauso. Und ich bin sehr
    froh, dass Du nicht unangreifbar bist, so dass Dir nichts und niemand etwas
    anhaben kann. Willst Du wissen, warum?

     

    Verletzlichkeit ist ein Zeichen Deines Menschseins. Es
    zeigt, dass Du Dich öffnen kannst, Dich auf Menschen und Situationen einlässt,
    dass Du Vertrauen wagen kannst. Dass Du bereit bist, etwas zu probieren, eine
    Erfahrung zu machen, auch auf die Gefahr hin, dass diese Erfahrung mit Schmerz
    verbunden sein könnte.

     

    Das passt nicht so gut in die Zeit, ich weiß. Es ist sehr
    wichtig geworden, ein perfektes Selbst zu präsentieren. Bloß nicht zeigen, die
    Scham nicht zu genügen, das Versagen, die Angst.

    Perfekt sein, cool sein, schön sein, das ist angesagt- am
    besten immer und jederzeit!

     

    Ehrlich? Das ist unmöglich!

     

    Ohne meine Verletzlichkeit wäre ich nicht so sensibel, das
    stimmt. Ich könnte mir manches Leid ersparen, Enttäuschungen, Angst. Aber ich
    wäre auch nicht so offen, empathisch, ich könnte mich niemals ganz und gar auf Menschen
    und Situationen einlassen. Ich könnte den Schmerz nicht mehr so intensiv
    spüren, aber auch die Freude nicht. Weil es das Eine nicht ohne das Andere
    gibt. Das ist eine der Gesetzmäßigkeiten des Lebens, die wir finden können wie
    wir wollen. Aber Sie sind, wie sie sind.

     

    Du glaubst mir nicht? Dann stell Dir doch mal vor, Du
    wolltest Dich als Licht erleben. Du willst spüren, wie es ist zu leuchten.
    Versuch das mal, wenn Du in der Sonne stehst. Egal, wie hell Du als Licht
    strahlst, das kannst Du niemals in der Sonne erleben, sondern eben nur im
    Schatten, oder gar im Dunkeln. Die Dualität ist eine Notwendigkeit. Wir wissen
    nur, was uns gut tut, weil wir wissen was uns schadet oder traurig macht, weil
    es einen Gegenpol, bzw. ein Gegenteil oder Gegenstück gibt.

    Auch Offenheit und Verletzlichkeit sind wie zwei Seiten
    einer Medaille. Wenn Du die Tür aufmachst, kann der Sturm hereinblasen und Dein
    Leben durcheinanderwirbeln. Ja, das stimmt. Aber lässt Du die Tür aus lauter
    Vorsicht fest verschlossen, sperrst Du auch das Leben aus und den frischen Wind
    des Entdeckens.

     

    Manche leben so vorsichtig, dass sie wie neu sterben.

    © Dr. phil. Michael Richter

     

     

    Das ist der Preis, den man für die Unberührbarkeit zahlt.
    Und das möchte ich nicht! Das Leben kann sehr weh tun, glaub mir, ich weiß das
    sehr genau. Aber es kann auch unendlich schön sein, sehr lebendig, intensiv und
    berührend. Und ich möchte es spüren, immer wieder. Ich möchte entdecken,
    begeistern, mich begeistern lassen. Ich möchte vertrauen und mich auf
    Unbekanntes einlassen. Ich möchte voll und ganz eintauchen, in Beziehungen,
    Erfahrungen, Handlungen. Das ist eine Entscheidung, keine Strategie.

    Und deshalb bin ich bereit den Preis zu bezahlen. Ich zeige
    mich immer wieder in meinem So-Sein, anstatt ein Schein- Ich zu offenbaren, ich
    öffne mich, anstatt mich zu verschliessen, ich fahre meine Schutzmechanismen
    bewusst runter, anstatt Mauern des Selbstschutzes aufzubauen. Ich habe gute
    Erfahrungen damit gemacht, auch wenn es manchmal Mut braucht. Und auch, wenn
    ich dabei mitunter schmerzhafte Erfahrungen mache.

     

    Mut ist nicht, keine
    Angst zu haben. Mut ist, etwas zu tun, obwohl man Angst hat.

     

    Sich verletzlich zu zeigen bedeutet übrigens nicht, dass wir
    uns alles gefallen lassen und jede sich bietende Verletzung geduldig ertragen. Es
    bedeutet, so zu sein, wie man wirklich ist, ehrlich zu kommunizieren, wie wir
    uns fühlen.

    Sich so zu öffnen birgt zwangsläufig die Gefahr der
    Ablehnung oder Zurückweisung. Und davor haben wir alle eine Riesenangst. Das
    liegt schlicht darin begründet, dass wir soziale Lebewesen sind. Wir wollen von
    Natur aus dazugehören und anerkannt sein. Das gehört zu den Grundbedürfnissen.

     

    Daher ist auch der Selbstschutz eine natürliche Sache und
    wirklich sinnvoll. Das Problem beginnt dort, wo wir uns viel zu sehr schützen,
    Mauern errichten hinter denen unser wahres Selbst verschwindet, wenn wir ein
    unantastbares Schein- Ich entwickeln,

     

    Verletzlichkeit wird von vielen Menschen mit Schwäche
    assoziiert. Doch sie hat etwas mit Stärke zu tun, mit dem Mut, sich zu zeigen
    wie man ist, nicht wie man sein sollte!

    Offenheit und die damit verbundene Verletzlichkeit sind
    gekennzeichnet von der Bereitschaft, sich einem emotionalen Risiko auszusetzen
    obwohl wir negative Erfahrungen machen könnten oder schon gemacht haben.

     

    Die Forscherin Brené Brown hat sich dem Thema
    Verletzlichkeit wissenschaftliche genähert und herausgefunden, dass die Verletzlichkeit
    eine der Grundlagen  für ein erfülltes
    Leben ist.

    Ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft,
    sich verletzlich zu zeigen, scheinbar der Weg ist, um tiefe Verbundenheit zu
    anderen Menschen herzustellen, Erfahrungen von Freundschaft, Liebe und Hingabe
    zu machen. Und diese Verbundenheit gibt uns ein Gefühl für den Sinn des Lebens.
    Tiefe Erfahrungen des Miteinanders machen uns nachweislich glücklicher.

     

     

    Das Leben lässt sich
    nicht denkend vorwegnehmen, es lässt sich nur erfahren.

     

    Und dafür ist es erforderlich die sichere Komfortzone zu
    verlassen und sich hinauszuwagen auf unbekanntes Terrain, wo Versuch und Irrtum
    warten. Immer wieder.

     

    Was, wenn Du Deine Verletzlichkeit einmal unter diesem
    Aspekt betrachtest? Was hat Sie Dir schon an guten und wertvollen Erfahrungen
    gebracht? In welchen Bereichen Deines Lebens hilft es Dir ausgesprochen gut,
    Dich offen und verletzlich zu zeigen? Ich bin sicher, dass Du Beispiele
    findest, wenn Du Dir ein paar Minuten Zeit dafür lässt.

     

     

    Und vielleicht traust Du Dich auch, ein Experiment zu
    machen? Dazu möchte ich Dich einladen. Hast Du den Mut, jetzt und hier ganz Du
    selbst zu sein? Unperfekt, angreifbar, offen? Dann zeig Dich und erzähl uns von
    Deiner Verletzlichkeit und davon, wie sie sich in Deinem Leben zeigt, wann sie
    Dich einschränkt und wann sie Dir nützt!

     

    Mir ist es ganz ernst damit und deshalb mach ich auch den
    Anfang. Meine größte Angst ist die Angst nicht gut genug zu sein, Fehler zu
    machen und deshalb nicht okay zu sein. Mein ganzes Leben lang trage ich mich
    schon mit diesem wunden Punkt und kämpfe sehr oft mit Versagensängsten und der
    Scham der eigenen Ungenügendheit. Und obwohl ich mir damit oft selbst im Wege
    stehe, ist es genau diese Verletzlichkeit, die mich immer wieder Neues lernen
    lässt und mir hilft mit Menschen zu arbeiten und dabei sehr empathisch zu sein.
    Es sind die Niederlagen und schmerzlichen Beziehungserfahrungen meines eigenen
    Lebens, die mich in Beratung und Coaching nicht nur theoretisch und fachlich
    reagieren lassen, sondern intuitiv. Weil ich meine eigene Verletzlichkeit
    genaustens kenne, kann ich mich dafür öffnen, Menschen in Ihrem So-Sein
    anzunehmen, zu verstehen und zu begleiten. Und das spüren meine Klienten, ich
    bin sicher. Im Grunde genommen, macht mich erst meine Schwäche zu dem, was ich
    bin. Sie ist auch meine heimliche Stärke und es hat lange gedauert, bis ich das
    verstanden habe und annehmen konnte… 😉

     

    Und Du? Was macht Dich verletzlich? Hast Du Angst, abgelehnt
    zu werden, allein zu sein, nicht gemocht, oder falsch verstanden zu werden?
    Fällt es Dir schwer, etwas Neues zu versuchen, Dich durchzusetzen oder fühlst
    Du Dich unwichtig, klein oder blockiert? Das sind nur ein paar der wunden
    Punkte, denen ich mit meinen Klienten jeden Tag begegne und die früher oder
    später offenbar werden, wenn die Fassade des Selbstschutzes zerbricht.

     

    Wenn Du magst, schreib auch Du über die Kommentarfunktion
    mir und anderen Bloglesern von Deiner größten Angst, Deiner Schwäche, Deiner
    Verletzlichkeit. Und schau was passiert, wenn Du Dich öffnest …;-)

     

    Ich freu mich auf Dich, Herzlichst Deine Claudia

     

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    Emotionale Abhängigkeit in Beziehungen

    Abhängigkeit in
    Beziehungen

    warum emotionale
    Verstrickungen echte Gefühle ersticken und die Liebe sterben lassen.

     

    Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen. Denn abhängig
    verstrickte Beziehungen kommen sehr viel häufiger vor, als man meint. Was es
    bedeutet sich vom anderen abhängig zu machen, was dahintersteckt und wie man
    sich aus der Falle der Abhängigkeit befreien kann, darum geht in diesem
    Artikel.

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    Gehörst Du auch zu den Menschen, die nicht allein sein
    können? Hast Du das Gefühl, ohne Deinen Partner unvollständig oder irgendwie
    nur halb zu sein? Möchtest Du am liebsten 24 Stunden rund um die Uhr mit ihm
    oder ihr zusammen sein oder  ihn oder sie
    keine Minute aus den Augen lassen? Fällt es Dir schwer zu vertrauen,
    kontrollierst Du ihn oder sie vielleicht sogar manchmal heimlich und schämst
    Dich dafür?

     

    Dann ist dieser Artikel für Dich. Abhängigkeit in
    Beziehungen ist ein weit verbreitetes Beziehungsmuster. Man merkt es den
    Betroffenen nicht auf den ersten Blick an, denn meist wirken Sie souverän,
    tough und außerordentlich selbstbestimmt. Sie wissen was sie wollen, so scheint
    es. Doch wenn sich dahinter ein brüchiges Selbstwertgefühl verbirgt, führt das
    nicht selten in eine emotionale Bedürftigkeit, dem Gefühl ohne den anderen
    nichts wert zu sein.

     

    ICH durch DICH

     

    Der berühmte amerikanische Sexualtherapeut David Schnarch
    spricht von einem geborgten oder gespiegelten Selbstwertempfinden. Gibt es
    jemanden, der mich schätzt, für mich da ist und mir seine Aufmerksamkeit und
    Bewunderung schenkt, dann kann ich auch mit mir selbst zufrieden sein oder mich
    okay fühlen. Zeigt mir mein Partner seine bedingungslose Liebe, dann ist das
    meine Quelle der Selbstliebe und der Beweis, dass ich liebenswert bin. Je
    weniger ein Mensch zu Selbstakzeptanz, Selbstfürsorge und Selbstliebe fähig
    ist, um so mehr braucht er für seine innere Stabilität die Zuwendung,
    Aufmerksamkeit und Liebe des anderen. Der Beziehungspartner ist dann zuständig
    für das eigene Selbstwertgefühl.

     

    Eine Disbalance entsteht, weil ich mir selbst nicht geben
    kann, was ich vom anderen brauche.

    Menschen, die sich in eine solche emotionale Abhängigkeit
    verstricken, geben die Verantwortung für Ihr eigenes Befinden an Ihren Partner
    ab. Dabei leiden sie Höllenqualen. Sie leben in der ständigen Angst, den
    anderen zu verlieren. Das große Misstrauen lässt Sie die persönlichen Grenzen
    des anderen durchbrechen, aber auch Ihre eigenen. Sie spionieren, fordern und
    bitten, manipulieren geschickt und fühlen sich dabei doch innerlich ungenügend,
    klein und hilflos. Das Gefühl von Wertlosigkeit vergrößert sich immer weiter. Die
    emotionale Abhängigkeit wächst. In der Beratung spreche ich dann gerne von
    einem ICH durch DICH. Betroffene erkennen sich darin meist sofort wieder. Ich
    bin erst durch Dich vollständig und liebenswert. Ich brauche Dich. Ohne Dich
    kann ich nicht sein. Du musst für mich da sein.

     

     

    Wenn die Beziehung zum
    emotionalen Gefängnis wird

     

    Der Partner dagegen fühlt sich nach anfänglicher großer
    Verliebtheit bald schon erdrückt, überfordert und unfrei, weil er sich einer
    ständigen Erwartungshaltung und Vorwürfen gegenüber sieht. Und wie sehr er oder
    sie sich auch bemüht, den Partner oder die Partnerin zufriedenzustellen- es
    reicht doch nie. Die Vorwürfe, Erwartungen, die Kritik und das Bitten nehmen
    kein Ende. Eifersucht wird immer mehr zum Problem.  Das Schuldgefühl wächst. Jeder Versuch etwas
    nur für sich selbst und seine eigene Entwicklung zu tun, wird als Ablehnung und
    gegen die Beziehung gerichtet verstanden und mit Schuldgefühlen belegt. Ständige
    Diskussionen drehen sich immer und immer wieder um die gleichen Themen.

     

     

    Das Selbst des Einzelnen kommt in solchen Beziehungen kaum
    noch vor. Das meist unbewusste Ziel ist die Verschmelzung zu einem größeren,
    gemeinsamen  ICH, eine symbiotische Verbindung.
    Die Beziehung erstickt in einer erzwungenen Nähe, die für beide als Belastung
    erlebt wird. Die wahren Hintergründe der emotionalen Abhängigkeit sind dabei den
    Partnern meist nicht bewusst.

     

    Liebe kämpft nicht,
    Liebe ist…

     

    In der Folge sterben langsam aber sicher die wirklichen
    Gefühle für den anderen. Sie entstehen nun einmal aus der Freiwilligkeit und
    nicht als Verpflichtung. Wird der Druck zu groß, stirbt die Liebe wie ein
    zartes Pflänzchen, das niedergetrampelt wird. Dabei wächst das schlechte
    Gewissen und die innere Leere, am Ende fühlen sich beide aussichtslos in Ihrer
    Beziehung gefangen. Das lebendige Beziehungssystem wird starr und bewegungslos-
    eine Pattsituation, die sich in endlosen Grabenkämpfen, Diskussionen und
    bitteren Vorwürfen noch verstärkt.

     

    Natürlich wünschen wir uns alle Zuwendung und Liebe, wir
    wollen angenommen und akzeptiert werden wie wir sind. Und wir streben nach
    Beziehungen, weil wir soziale Lebewesen sind. Doch sich etwas zu wünschen, oder
    etwas zu bevorzugen bedeutet nicht, sich davon abhängig zu machen und es um
    jeden Preis zu erzwingen oder sich selbst dafür aufzugeben. Das ist der
    Unterschied zwischen Bedürftigkeit und Freiwilligkeit. Wenn ich die Liebe
    meines Partners brauche, damit ich mich selbst liebenswert fühlen kann, dann
    bin ich bedürftig. Ich bin mir selbst nicht genug. Die Grenze zur emotionalen
    Abhängigkeit ist dort, wo ich bereit bin meine eigenen Grenzen zu übergehen.
    Das fällt Betroffenen oft gar nicht auf, denn Sie kennen dieses
    Verhaltensmuster schon Ihr ganzes Leben lang. Sie passen sich an den jeweiligen
    Partner scheinbar ideal an, übernehmen seine Interessen, erfüllen alle
    Bedürfnisse, teilen seine Meinung, seine Hobbys und sehen das als ganz normalen
    Weg an, um geliebt zu werden. Denn das ist überlebensnotwendig, weil es das
    ist, was sie selbst nicht können.

     

    Das ICH, das DU und
    das WIR

     

    Um in einer Beziehung
    zu Hause zu sein, muss ich erst einmal in mir selbst wohnen und dem anderen die
    Möglichkeit lassen, selbst auch bei sich zu bleiben. Nur so ist eine lebendige
    Beziehung möglich.

     

    Genau genommen besteht eine Beziehung nicht nur aus einem
    WIR, also unserer Verbindung, sondern auch aus einem ICH und einem DU. Auch in
    einer Beziehung bleiben wir, wer wir sind: ein Individuum mit eigenen
    Bedürfnissen, Prägungen, Erfahrung, einer Art zu sein, die einmalig auf der
    Welt ist. Und auch unser Gegenüber lebt in seiner eigenen Wahrnehmungs- und
    Bedürfniswelt. Das ist vollkommen normal, sorgt aber in Beziehungen immer
    wieder für Probleme, wenn es darum geht eine gemeinsame Sichtweise zu finden,
    beziehungsweise die Ansichten unserer Partnerin oder unseres Partners überhaupt
    erst einmal zu akzeptieren.

     

    Denn die Wahrheit ist: obwohl wir in einer gemeinsamen
    Realität leben, erlebt jeder der beiden Partner eine eigene innere
    Wirklichkeit. Das Phänomen kennt wahrscheinlich jeder. Das WIR, also unsere
    Beziehung ergibt sich gewissermaßen aus der Überschneidung der beiden Welten des
    ICH und des DU.

     

    In einer gesunden Beziehung hat das ICH genauso Raum wie das
    DU und das WIR. Jeder der beiden Partner kann wachsen. Zusammen ist man mehr
    als die Summe der Teile. In abhängig verstrickten Beziehungen bleiben beide Partner
    klein, können also das eigene ICH genauso wenig entwickeln, wie sie dem DU Raum
    zum wachsen lassen. Ein hermetisch abgeriegeltes System der Angst entsteht, ein
    erstarrtes WIR, ohne Bewegung, ohne Inspiration, ohne Wachstum. Man fühlt sich
    zusammen nicht mehr wohl und allein auch nicht.

     

    Lass los, was Du
    liebst

     

    Manche Beziehungen halten auf diese Weise über sehr viele
    Jahre. Doch für die trügerische Sicherheit zahlt man einen sehr hohen Preis.
    Sie sind gekennzeichnet von einem großen Mangel an Vertrauen, an Angst und Unsicherheit
    und vielen Streits und Diskussionen. Irgendwann fällt einem der Partner auf,
    dass die Liebe verschwunden ist und dann beginnt der Kampf erst richtig, denn
    es ist für beide Partner meist außerordentlich schwer, die emotional abhängigen
    Verstrickungen zu lösen.

     

    ICH durch mich

     

    Es gibt keine Sicherheit, nur verschiedene Grade von
    Unsicherheit. Das gilt auch für Beziehungen. Und obwohl mir das auch nicht
    immer gefällt, ist das nun einmal eine Realität des Lebens. Die vielen
    Trennungen von Paaren und die qualvollen Dramen die dabei entstehen können,
    zeigen: auch ein Versprechen wie die Ehe ist keine Garantie für eine gelingende
    Beziehung.

     

    Die beste Voraussetzung für Beziehungsfähigkeit ist die
    Entwicklung einer gesunden Selbstbeziehung, der Fähigkeit mich anzunehmen und
    zu akzeptieren, wie ich bin, mich selbst zu regulieren und selbstbestimmt
    handeln zu können. Es geht dabei nicht darum, ein Egoist oder Einsiedler zu
    werden. Keine Angst! Es geht um ein ICH durch MICH. Ich bin durch mich selbst.
    Es geht genaugenommen um die Fähigkeit zur Autonomie. Und die gehört zu den
    menschlichen Grundbedürfnissen genauso wie das Bedürfnis nach Bindung. Es sind
    zwei Pole, zwischen denen eine erfüllte Beziehung balanciert in einem
    Verhältnis von Distanz und Nähe. Daraus wächst Anziehungskraft, Leidenschaft,
    der Wunsch nach einem freiwilligen WIR.

     

    Menschen, die es als Kind schwer hatten ein gesundes
    Selbstwertempfinden zu erlernen, fällt es auch in Beziehungen oft schwer, Sie
    selbst zu bleiben. Sie wünschen sich mit dem Partner zu verschmelzen, sie
    klammern oder manipulieren. Sie machen sich selbst klein. Das alles ist eine
    unbewusst Strategie, um das verlorene Paradies der Kindheit von Sicherheit,
    Geborgenheit, Schutz und Annahme zu erreichen.

    Oft haben Sie ein schlechtes Selbstbild, dass durch den
    Partner Ganzheit und Stabilität erfahren soll. Weil Sie schwer vertrauen
    können, brauchen Sie immer neue Beweise, dass Sie von Ihrem Partner oder Ihrer
    Partnerin geliebt werden. Und dennoch reicht es nie. Denn das Loch des mangelnden
    Selbstwertes ist wie ein Fass ohne Boden .Es kann niemals durch jemand anderen
    dauerhaft gefüllt werden.

    Das klingt erst einmal wie eine Enttäuschung, aber es gibt einem
    auch die Macht zurück. Denn es bedeutetet, dass ich selbst etwas tun kann, um mein
    Selbstwertempfinden aus mir heraus zu entwickeln. Dafür ist es nie zu spät und
    ich möchte Dir gerne dafür Mut machen.

    Es ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben und
    glückliche Beziehungen.

    Wenn Du das Gefühl hast, das dieser Artikel etwas mit Dir
    und Deiner Beziehung zu tun hat, dann kannst Du Dir zuerst ganz für Dich
    folgende Fragen ehrlich beantworten. Aber Achtung! Die Wahrheit kann manchmal
    wirklich weh tun.

     

    1) Bin ich in dieser Beziehung aus Angst, aus Liebe oder aus
    Hoffnung?

    2) Wenn ich keine Angst hätte und mir sicher sein könnte,
    dass alles richtig ist und ich von allen dafür Zustimmung bekommen- was würde
    ich dann am liebsten in Bezug auf meine Beziehung tun?

    3) Wann war ich das letzte Mal in dieser Beziehung wirklich
    glücklich?

     

    Ich bin gespannt, was Du für Dich herausfindest und ich
    freue mich natürlich wie immer, wenn Du Deine Erfahrungen mit mir und anderen
    Bloglesern teilen möchtest.

     

    Alles Gute, bis zum nächsten Mal, Deine Claudia

     

     

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  • Leben-Lieben-Lassen Shortcuts Podcast

    Von Stärken und Schwächen

    Welche Stärken und Schwächen zeichnen Sie aus?

    Diese Frage ist der Klassiker in jedem Vorstellungsgespräch und doch
    immer wieder eine ziemliche Herausforderung. Unsere Schwächen kennen wir
    meißtens sehr genau- aber unsere Stärken? Da kann es schon mal schwierig
    werden. 

    Dabei könnten wir uns die Antwort sehr viel einfacher machen. Es kommt ganz
    darauf an, in welchem Zusammenhang und unter welchen Umständen wir unsere
    Stärken und Schwächen betrachten und bewerten. Denn im Grunde sind sie nichts
    anderes als persönliche Fähigkeiten und Eigenschaften. Völlig neutral. Erst
    unsere eigene Beurteilung und die Lebensumstände, unter denen Ihre Vor- oder
    Nachteile deutliche werden, machen diese Persönlichkeitsmerkmale zu einem Plus
    oder Minusfaktor unseres Charakters- zu Stärken oder Schwächen. 

    Kennen Sie Ihre inneren Antreiber?

    Kennen Sie Ihre inneren Antreiber?

    Diese unbarmherzigen Existenzen, die Ihnen ständig sagen,
    wie Sie zu sein haben und dass es nicht genug ist, was Sie tun? Die Sie dazu
    bringen, noch schneller, noch perfekter oder noch netter zu sein- auch wenn Sie
    das vielleicht im Moment gar nicht wollen?

    Innere Antreiber sind unbewusste Verhaltensmuster, die wir
    uns in der frühen Kindheit zugelegt haben. Oft sind es die Lebensregeln oder
    Überzeugungen von frühen Bezugspersonen (z.B. Eltern, Verwandte, Lehrer). Wir
    tragen Sie als verinnerlichte Glaubenssätze, Erwartungshaltungen und
    Identitäten durch unser Erwachsenenleben, auch wenn sie uns peinigen und
    stressen. Die inneren Antreiber sind Teil unserer Persönlichkeit geworden. Sie
    wirken wie eine automatische Steuerung, ohne dass wir sie hinterfragen oder
    verändern. Vielleicht kommen Ihnen einige bekannt vor:

    Weg mit dem Winterblues…

    Heute gehts um Tipps gegen trübe Gedanken …

    denn jetzt, wo die Tage kurz sind  und meist grau, fällt es vielen von uns gar
    nicht so leicht guter Stimmung zu bleiben. Vielleicht haben Sie ihn ja auch,
    den Winterblues? Was also dagegen tun?

     

    Zuerst die gute Nachricht. Nicht jede Niedergeschlagenheit
    ist gleich eine Depression. Wenn im Winter die Stimmung sinkt, ist der Grund
    dafür häufig  ein Lichtmangel, da die
    Sonne  kürzer und mit weniger Intensität
    scheint und die meisten Menschen zugleich die meiste Zeit in geschlossenen
    Räumen verbringen.  Jeder dritte kennt so
    ein Stimmungstief, sagen Experten.

     

    Wer die graue Suppe nicht mehr sehen mag, wem die zunehmende
    Dunkelheit aufs Gemüt schlägt und wer morgens immer schwerer aus den Federn
    kommt, ist mittendrin, im sogenannten Winter-Blues. Zum Glück gibt es einige
    Tipps ,wie man die dunklen Tage mit guter Stimmung erleben kann.