Warum es manchmal so schwierig ist „nein“ zu sagen und wie Du es lernen kannst…

Über die Kunst „nein“- zu sagen…

Wenn kleine Kinder das eigene Ich entdecken, fangen Sie an „nein“ zu sagen. Das passiert irgendwann im Alter von zwei bis drei Jahren. Voller Freude zeigen die Kleinen dann den eigenen Willen, machen reichlich Gebrauch von der Möglichkeit den Eltern etwas entgegenzusetzen. Sie machen ein Spiel daraus, sich abzugrenzen und genießen die Wirkung und die Macht des eigenen Ichs. „Nein, nein, nein…!“ Für Eltern kann diese „Trotzphase“ eine ganz schöne Herausforderung sein. Es bedeutet, dem eigenen Kind Grenzen setzen und gleichzeitig Raum zum Wachsen zum zu lassen- keine leichte Aufgabe!

Je nachdem, wie diese Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und den Erwartungen anderer gelingt und erlaubt ist, machen wir auf dem Weg zum Großwerden ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dem eigenen Willen. Wir lernen, dass wir bei allem was wir tun mit Konsequenzen leben müssen und manche davon können recht schmerzhaft sein: das Gefühl nicht okay zu sein , dass Gefühl abgelehnt zu werden oder ausgegrenzt zu sein. Es kann wirklich anstrengend sein, eine eigene Meinung zu haben und die auch zu behaupten.

Es ist ein individueller Prozess, die Balance zwischen Distanz und Nähe zu finden, zwischen Individualität und Gemeinschaft, zwischen Selbst- und Fremdbestimmtheit. Wir finden uns wieder zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Wunsch nach Selbstwirksamkeit. Es ist ein Drahtseilakt und leicht kann dieser Prozess kippen – in die eine oder andere Richtung.

In meiner Arbeit mit Klienten sind es häufig Frauen, die das Problem haben nicht wirklich „nein“ sagen zu können. Sie leiden oft darunter, sich zu sehr anpassen, es anderen recht machen zu müssen, die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen. Diese Frauen haben Antennen dafür entwickeln, die Bedürfnisse anderer Menschen zu erspüren und dabei ist die Wahrnehmung für die eigenen Bedürfnisse irgendwann auf der Strecke geblieben. Obwohl sie selbstbewusst auftreten, können sie schlecht Grenzen ziehen und neigen dazu zu häufig „ja“ sagen, obwohl Sie „nein“ fühlen. Kurzfristig macht das manches einfacher: man muss nicht unbequem sein, kann sich und anderen Auseinandersetzungen ersparen. Langfristig bedeutet es allerdings, sich immer weiter von sich selbst zu entfernen. Manche dieser Frauen wissen gar nicht, was Sie eigentlich selbst wollen- weil es noch nie in Ihrem Leben wichtig war. So entsteht eine Inkongruenz zwischen innen und außen und das erzeugt immer Druck und Stress. Vielleicht kommt Ihnen ja auch irgendetwas davon bekannt vor?

Es kommt ein Punkt im Leben, da wird der Druck der aus dem inneren Widerspruch entsteht einfach zu groß, irgendwann zeigt uns das Leben auf die eine oder andere Weise dass es Zeit für ein „nein“ wird um damit endlich „ja“ zu sich selbst zu sagen. Und es ist nie zu spät, dieses „unbequem sein“ zu lernen…

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